Was ist die kommunale Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung (KWP) ist ein strategischer Fahrplan, mit dem eine Stadt oder Gemeinde festlegt, wie ihr Gebiet bis 2045 klimaneutral mit Wärme versorgt wird. Grundlage ist das Wärmeplanungsgesetz (WPG), das seit 2024 gilt.
Die Fristen sind nach Gemeindegröße gestaffelt:
- Großstädte über 100.000 Einwohner: Frist für den Wärmeplan war der 30. Juni 2026.
- Kleinere Gemeinden: bis 30. Juni 2028.
Deshalb ist die Abdeckung 2026 noch lückenhaft – viele Gemeinden erstellen ihre Planung gerade erst.
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Eignungsgebiete: Fernwärme oder Wärmepumpe?
Kernstück des Wärmeplans ist die Einteilung des Gebiets in Eignungsgebiete – oft baublockscharf. Für Eigentümer sind vor allem zwei Kategorien wichtig:
- Wärmenetz-/Fernwärme-Gebiet: Hier ist der Auf- oder Ausbau eines Wärmenetzes vorgesehen. Ein Fernwärmeanschluss ist dann häufig die naheliegende Lösung.
- Gebiet für dezentrale Versorgung: Kein Wärmenetz geplant – hier setzt man auf Einzellösungen, allen voran die Wärmepumpe (Luft oder Erdwärme).
- Prüfgebiet: Noch offen – die Versorgungsart wird im Lauf der Planung festgelegt.
Die Einstufung ist ein starkes Signal für die richtige Heizungswahl: Wer in einem dezentralen Gebiet liegt, fährt mit einer Wärmepumpe meist am besten; im Fernwärmegebiet kann sich das Warten auf den Netzanschluss lohnen.
Welche Heizung darf ich noch einbauen?
Seit dem 29. Juli 2026 gilt statt des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Die frühere Pflicht, neue Heizungen zu 65 % mit erneuerbarer Energie zu betreiben, ist damit entfallen – auch im Bestand und unabhängig davon, ob der Wärmeplan deiner Gemeinde schon vorliegt.
Zulässig sind unter anderem Anschluss ans Wärmenetz, Wärmepumpe, Stromdirektheizung, Hybridheizung, Biomasse – und wieder neue Öl- und Gasheizungen; diese müssen ab 2029 schrittweise steigende Anteile erneuerbarer Brennstoffe nutzen („Bio-Treppe“). Die im Wärmeplan vorgesehene Versorgungsart zeigt dir, welche Lösung sich langfristig lohnt.
Muss ich mich ans Wärmenetz anschließen?
In der Regel nein. Die Wärmeplanung ist zunächst eine strategische Grundlage und begründet keinen automatischen Anschlusszwang. Ein Anschluss- und Benutzungszwang entsteht nur, wenn die Kommune ihn gesondert per Satzung beschließt – das ist die Ausnahme, nicht die Regel.
Wo finde ich den Wärmeplan für meine Adresse?
Die fertigen Wärmepläne veröffentlichen die Kommunen – zunehmend auch als offene Geodaten (z. B. OpenGeodata.NRW bzw. der Energieatlas NRW). Da viele Gemeinden noch mitten in der Planung stecken, ist die flächendeckende Verfügbarkeit aber noch im Aufbau. flurcheck.de wird die Eignungsgebiete künftig direkt je Grundstück anzeigen, sobald die Daten flächendeckend vorliegen.