ALKIS – das Amtliche Liegenschaftskataster-Informationssystem – ist die digitale Grundlage des deutschen Grundstückskatasters. Es enthält die offiziellen Daten zu jedem Flurstück in Deutschland und ist die maßgebliche Quelle für Flurstücksnummern, Gemarkungen, Flächen und Grundstücksgrenzen. Mit flurcheck.de kannst du diese Daten kostenlos und ohne Anmeldung abrufen.
Was ist ALKIS?
ALKIS steht für Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem. Es ist das seit 2010 bundesweit einheitliche digitale System zur Führung des Liegenschaftskatasters und löste die früheren getrennten Systeme ALK (Automatisierte Liegenschaftskarte) und ALB (Automatisiertes Liegenschaftsbuch) ab.
Das Liegenschaftskataster ist das amtliche Verzeichnis aller Grundstücke in Deutschland. Es wird von den Vermessungsämtern der Bundesländer geführt und ist die Grundlage für das Grundbuch. Jede Veränderung eines Grundstücks – Teilung, Zusammenlegung, neue Adresse – wird zuerst im Kataster erfasst, bevor sie im Grundbuch eingetragen wird.
ALKIS ist bundesweit einheitlich nach den Vorgaben der AdV (Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder) modelliert und Teil des gemeinsamen AAA-Modells (AFIS·ALKIS·ATKIS). Es führt die frühere Liegenschaftskarte (ALK) und das Liegenschaftsbuch (ALB) in einem objektorientierten Datenmodell zusammen. Die Abgabe erfolgt über die genormte Austauschschnittstelle NAS sowie über Geodatendienste (WMS/WFS) – aus genau diesen amtlichen Daten speist sich flurcheck.de.
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Was enthält ALKIS?
ALKIS speichert zu jedem Flurstück folgende Informationen:
- Gemarkung: Historische Gebietseinteilung, in der das Flurstück liegt
- Flurnummer: Untergliederung der Gemarkung
- Flurstücksnummer: Eindeutige Identifikationsnummer (Zähler/Nenner)
- Amtliche Fläche: Vermessungsgenauer Flächeninhalt in m²
- Nutzungsart: Tatsächliche Nutzung (Wohnbaufläche, Landwirtschaft, Wald etc.)
- Lagebezeichnung: Postalische Adresse bzw. Flurbezeichnung
- Geometrie: Genaue Grenzverläufe als Koordinaten
- Gemeinde und Landkreis
Liegenschaftskarte kostenlos online ansehen
Die Liegenschaftskarte – früher als Flurkarte oder ALK (Automatisierte Liegenschaftskarte) bezeichnet – ist der grafische Teil des Katasters: der amtliche Kartenausschnitt, der Flurstücksgrenzen, Flurstücksnummern, Gebäude und die tatsächliche Nutzung maßstabsgetreu darstellt. Sie ist die visuelle Ergänzung zu den beschreibenden Katasterdaten wie Fläche, Gemarkung und Lage.
Auf flurcheck.de siehst du die Liegenschaftskarte kostenlos und ohne Anmeldung: Zoome auf der Karte in dein Grundstück – ab Zoomstufe 14 werden die amtlichen Grenzen und Flurstücksnummern aus den ALKIS-Daten der Landesvermessung eingeblendet. Ein Klick auf das Flurstück zeigt zusätzlich Gemarkung, Flurstücksnummer und amtliche Fläche.
Grundstücksgrenzen online einsehen
Die im Kataster geführten Grundstücksgrenzen (genauer: Flurstücksgrenzen) kannst du über flurcheck.de online einsehen. So erkennst du den Grenzverlauf, die Nachbarflurstücke und die ungefähre Ausdehnung deines Grundstücks – direkt in der Karte.
Wichtig zur Genauigkeit: Die dargestellte Katastergrenze ist die rechtlich geführte Flurstücksgrenze, ersetzt aber keine örtliche Grenzvermessung. Für eine rechtsverbindliche Grenzfeststellung – etwa bei Grenzstreit mit dem Nachbarn oder vor einem Zaunbau direkt an der Grenze – ist ein öffentlich bestellter Vermessungsingenieur (ÖbVI) bzw. das Vermessungsamt zuständig.
Wer führt das Liegenschaftskataster?
In Deutschland ist die Führung des Liegenschaftskatasters Ländersache. Jedes Bundesland hat seine eigene Vermessungs- bzw. Katasterbehörde, die die Daten pflegt und über Geodatendienste (WMS/WFS) bereitstellt.
Für 15 von 16 Bundesländern sind die ALKIS-Daten als Open Data frei zugänglich (Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0). Einzige Ausnahme: Bayern lizenziert seine ALKIS-Daten kostenpflichtig über das LDBV.
ALKIS-Daten: Verfügbarkeit je Bundesland
So liest du ALKIS-Daten ab
Die wichtigste Kenngröße ist das Flurstückskennzeichen, das sich zusammensetzt aus:
-
1
Gemarkungsname – z. B. „Frankfurt am Main-Sachsenhausen"
-
2
Flurnummer – z. B. „Flur 3" (nicht in allen Bundesländern)
-
3
Flurstücksnummer – z. B. „42/3" (Zähler/Nenner). Der Nenner entsteht durch Grundstücksteilung; bleibt er bei „0", wird er weggelassen.
Das vollständige Kennzeichen lautet dann z. B.: Frankfurt am Main-Sachsenhausen, Flur 3, Flurstück 42/3
Amtlicher ALKIS-Auszug vs. kostenlose Online-Abfrage
Für den Zugriff auf ALKIS-Daten gibt es zwei Wege – je nachdem, wofür du sie brauchst:
- Kostenlose Online-Abfrage (flurcheck.de): zum Nachschlagen von Gemarkung, Flur, Flurstücksnummer, Fläche, Nutzungsart und Grenzverlauf. Sofort, ohne Anmeldung und ohne Gebühr – ideal zur Orientierung, Recherche und Vorbereitung.
- Amtlicher ALKIS-Auszug (Vermessungsamt): der gesiegelte Flurstücks- und Eigentumsnachweis bzw. die amtliche Liegenschaftskarte. Er wird vom Kataster-/Vermessungsamt des Bundeslandes gegen Gebühr ausgestellt; für die Eigentümerangaben ist ein berechtigtes Interesse nachzuweisen. Nötig für rechtsverbindliche Vorgänge wie Notarvertrag, Bauantrag oder Grundbucheintrag.
Kurz: Zum Einsehen reicht die kostenlose Abfrage – für offizielle Nachweise brauchst du den amtlichen Auszug deines Landesamts.
Wofür brauche ich die ALKIS-Daten?
- Grundstückskauf/-verkauf: Im Notarvertrag wird das Flurstückskennzeichen zwingend benötigt.
- Bauantrag: Behörden identifizieren das Baugrundstück anhand von Gemarkung, Flur und Flurstücksnummer.
- Grenzvermessung: Vermessungsingenieure arbeiten mit den ALKIS-Geometrien als Grundlage.
- Erbschaft: Für die Grundbucheinsicht oder Erbauseinandersetzung wird das Flurstückskennzeichen benötigt.
- Förderprogramme: Agrar- und Naturschutzförderungen beziehen sich auf konkrete Flurstücke.