So geht's: Zoom in einen Ort oder such eine Adresse. Rechts erscheinen alle historischen Karten für diese Stelle – von der ältesten bis zur jüngsten. Ein Klick legt die Karte über die heutige; mit dem Deckkraft-Regler vergleichst du alt und neu. Der Zeitraffer spielt alle Karten nacheinander ab, die Lesehilfe springt zu Beispielstellen und erklärt, was die Zeichen bedeuten.
Die Flurstück-Abfrage hat dieselbe Zeitebene – plus Altlasten-Hinweis, Hochwasser, Bebauungsplan und Bodenrichtwert.
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Was war hier früher? Warum das beim Grundstück zählt
- Altlasten: Eine Tankstelle, Gerberei, Gasanstalt, Ziegelei oder Kiesgrube von früher kann Schadstoffe im Boden hinterlassen haben. Alte Karten und Luftbilder sind oft der erste Hinweis – verbindlich ist das Altlastenkataster der Bodenschutzbehörde.
- Kampfmittel: Luftbilder ab den 1940er-Jahren zeigen Bombentrichter, Stellungen und Flakanlagen. In vielen Städten verlangen Bauämter vor Erdarbeiten eine Kampfmittel-Luftbildauswertung.
- Verfüllte Gewässer und Gruben: Zugeschüttete Teiche, Bachläufe und Abgrabungen bedeuten oft schwierigen Baugrund und Vernässung.
- Bergbau und Bahnen: Alte Schächte, Stollen und Gleisanlagen erklären Senkungen und Auflagen.
Die Kartenwerke
Die preußische Uraufnahme (ab 1836) und die Neuaufnahme (ab 1891) im Maßstab 1:25.000 zeigen das Land vor und während der Industrialisierung; im Rheinland reicht die Tranchot-Karte bis 1801 zurück. Für Württemberg gibt es die Flurkarten 1:2.500 von 1818–1840 mit jeder einzelnen Parzelle. Dazu kommen historische Stadtpläne – in Köln vom Jahr 1600 an –, die Topographische Karte 1936–1945 und historische Luftbilder ab den 1920er-Jahren. Die Karte des Deutschen Reichs 1:100.000 von 1909 deckt das ganze Land ab.
Was historische Karten nicht können
Keine Flurstücksnummern: Auch die genauen Flurkarten zeigen Grenzen, Grenzsteine und Nutzungen, aber keine Nummern – die standen im Güter- bzw. Flurbuch. Wer die Geschichte eines Flurstücks braucht, wendet sich an das Grundbuchamt (Grundakte) und das Katasteramt (Fortführungsnachweise). Lagegenauigkeit: Gute Landesaufnahmen liegen oft auf 10–20 Meter genau, ältere Stadtpläne deutlich ungenauer – die Genauigkeit steht bei jeder Karte dabei. Für grundstücksgenaue Aussagen reicht das in der Regel nicht.
Datenquellen & Lizenzen
Die Karten stammen aus den offenen Diensten der Landesvermessungen (u. a. Geobasis NRW, LGL Baden-Württemberg, Hessen, Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern), kommunaler Geoportale (z. B. Stadt Köln) und von Archiven und Bibliotheken. Die Lizenz steht bei jeder Karte – überwiegend Datenlizenz Deutschland oder Creative Commons. Die Kacheln werden über flurcheck.de zwischengespeichert, um die Dienste der Behörden zu schonen.
Häufige Fragen
- Wie finde ich heraus, was früher auf meinem Grundstück war?
- Alte Karten und Luftbilder zeigen frühere Gebäude, Gewerbe, Gruben, Gewässer und Bahnanlagen. Für eine belastbare Nutzungshistorie – etwa bei Altlastenverdacht – kommen Bauakten, Gewerberegister und das Altlastenkataster hinzu.
- Zeigen historische Karten Flurstücksnummern?
- Nein. Die Nummern standen im Güter- bzw. Flurbuch. Für die Geschichte eines Flurstücks: Grundakte beim Grundbuchamt und Fortführungsnachweise beim Katasteramt.
- Was ist eine Uraufnahme?
- Die erste flächendeckende topografische Landesaufnahme 1:25.000, in Preußen ab etwa 1836 – handgezeichnet und koloriert, mit Siedlungen, Wegen, Gewässern und Landnutzung vor der Industrialisierung.
- Wie genau liegen alte Karten auf der heutigen?
- Je nach Werk 10–20 Meter bei guten Landesaufnahmen, bei alten Stadtplänen deutlich mehr. Die Genauigkeit steht bei jeder Karte.
Historische Karten und Luftbilder: Landesvermessungen, Kommunen, Archive und Bibliotheken – Lizenz und Quelle je Karte in der Seitenleiste · Basiskarte: OpenStreetMap-Daten · Luftbild heute: © Esri · Stand: Oktober 2026