Kritische Infrastruktur in Deutschland – die Themenkarte
Stand: Oktober 2026 · von Henning, flurcheck.de
Wo verlaufen die großen Stromtrassen? Welche Bahnstrecke, Gas-Fernleitung oder Hochspannungsleitung liegt in der Nähe eines Grundstücks? Diese Themenkarte ist auf genau eine Frage optimiert: die Energie- und Verkehrsinfrastruktur Deutschlands sichtbar zu machen – vom bundesweiten Überblick über das Höchstspannungsnetz bis hinunter zur einzelnen Leitung vor Ort. Einfach zoomen: Mit jeder Zoomstufe kommen Ebenen dazu.
Tipp: Mit der Maus über eine Leitung fahren zeigt Spannung, Betreiber und Schutzstreifen-Richtwert. Ein Klick auf die Karte (ab Zoom 9) springt direkt in die vollständige Flurstück-Abfrage mit Abständen, Bodenrichtwert und allen Risiko-Ebenen.
Die Flurstück-Abfrage misst die Abstände zu Leitung, Bahn & Pipeline – plus Bodenrichtwert, Lärm, Hochwasser u. v. m.
Anzeige
Was zeigt diese Themenkarte?
Die Karte bündelt die wichtigsten Ebenen der kritischen Infrastruktur, soweit sie öffentlich dokumentiert ist – gestaffelt nach Zoomstufe, damit der Überblick lesbar bleibt:
- Deutschland-Überblick: das 380-kV-Höchstspannungsnetz – die überregionalen „Stromautobahnen" der Übertragungsnetzbetreiber (50Hertz, Amprion, TenneT, TransnetBW), generalisiert dargestellt.
- Regional (ab Zoom 8,5): zusätzlich 220-kV-Trassen – zusammen das komplette Übertragungsnetz.
- Detail (ab Zoom 12): 110-kV-Hochspannung, Mittelspannung und Erdkabel, dazu Bahnstrecken mit Bahnhöfen und Bahnübergängen, Gas- und Öl-Fernleitungen sowie Anlagen wie Umspannwerke, Funkmasten, Wasser- und Klärwerke.
Spannungsebenen verstehen: 380 kV, 220 kV, 110 kV
Das deutsche Stromnetz ist in Ebenen organisiert. 380 und 220 kV (Höchstspannung) bilden das Übertragungsnetz für den Ferntransport – daran hängen die markanten großen Gittermasten mit den breitesten Schutzstreifen (bei 380 kV als Richtwert etwa ±30–40 m beidseits der Trassenachse). 110 kV (Hochspannung) verteilt den Strom regional, Mittel- und Niederspannung bringen ihn bis zum Hausanschluss – innerorts meist unsichtbar als Erdkabel. Für ein Grundstück heißt das: Je höher die Spannungsebene in der Nähe, desto relevanter sind Schutzstreifen, Baubeschränkungen und Sichtwirkung.
Warum Infrastruktur beim Grundstückskauf zählt
- Schutzstreifen & Baurecht: Entlang von Freileitungen und Fernleitungen sichern Dienstbarkeiten im Grundbuch Schutzstreifen, in denen nicht oder nur eingeschränkt gebaut und bepflanzt werden darf.
- Wertfaktor Lage: Sichtbare Höchstspannungsmasten, Bahnlärm oder ein Umspannwerk nebenan sind anerkannte Lagefaktoren, die den Verkehrswert mindern können – umgekehrt kann gute Anbindung (Bahnhof, Glasfaser) den Wert stützen.
- Elektromagnetische Felder: Für Freileitungen gelten die Grenzwerte der 26. BImSchV. Wer es genau wissen will, prüft den Abstand – die Flurstück-Abfrage misst ihn metergenau.
- Planung im Blick: Netzausbau-Vorhaben (z. B. SuedLink, SuedOstLink) können künftige Trassen bringen – ein Blick in den Netzentwicklungsplan lohnt bei Grundstücken nahe bestehender Korridore.
Datenquelle & Grenzen
Die Infrastruktur-Ebenen stammen aus OpenStreetMap (Lizenz ODbL) – der mit Abstand umfangreichsten frei verfügbaren Quelle für Strom-, Bahn- und Leitungsnetze in Deutschland. OSM ist keine amtliche Quelle: Verläufe können genähert sein, und bei rund einem Drittel der Leitungen fehlt die Spannungsangabe (diese erscheinen grau). Die Karte dient der Orientierung; rechtsverbindlich sind allein die Auskünfte der Netzbetreiber und das Grundbuch. Aus Rücksicht auf den Schutz kritischer Infrastruktur zeigt die bundesweite Übersicht nur das öffentlich ohnehin dokumentierte Übertragungsnetz in generalisierter Form – Detailebenen gibt es ausschnittsweise beim Hineinzoomen.
Häufige Fragen
- Wo verlaufen Stromtrassen in Deutschland?
- Die Themenkarte zeigt das Stromnetz auf Basis von OpenStreetMap: bundesweit das 380-kV-Höchstspannungsnetz, beim Hineinzoomen 220-kV-Trassen, 110-kV-Leitungen und im Detailzoom auch Mittelspannung, Erdkabel, Bahnstrecken, Pipelines und Anlagen.
- Wie nah darf ein Haus an einer Hochspannungsleitung stehen?
- Einen bundesweiten Mindestabstand gibt es nicht. Maßgeblich sind die Schutzstreifen der Trasse (bei 380 kV typischerweise rund 30–40 m beidseits der Achse) und die EMF-Grenzwerte der 26. BImSchV. Verbindliche Auskunft geben Netzbetreiber und Grundbuch.
- Mindert eine Stromtrasse den Wert eines Grundstücks?
- Sie kann: Schutzstreifen-Baubeschränkungen, Sichtwirkung und Vermarktungsnachteile sind anerkannte wertmindernde Lagefaktoren. Entscheidend sind Abstand und Sichtbeziehung – beides lässt sich auf flurcheck.de grundstücksgenau prüfen.
- Woher stammen die Daten?
- Aus OpenStreetMap (ODbL). OSM ist keine amtliche Quelle: Verläufe können genähert sein, bei rund einem Drittel der Leitungen fehlt die Spannungsangabe. Für rechtsverbindliche Auskünfte ist der Netzbetreiber zuständig.
- Warum sehe ich Bahnstrecken und Pipelines erst beim Hineinzoomen?
- Aus zwei Gründen: Lesbarkeit (bundesweit wären es hunderttausende Linien) und Rücksicht auf den Schutz kritischer Infrastruktur – Detailebenen werden nur ausschnittsweise geladen, ein Gesamtexport ist bewusst nicht möglich.
Infrastruktur-Ebenen: © OpenStreetMap-Mitwirkende, Lizenz ODbL · Basiskarte: OpenStreetMap-Daten, selbst gehostet · Hintergrund Netzausbau: Netzentwicklungsplan (ÜNB) · EMF-Grenzwerte: 26. BImSchV