Tipp: Mit der Maus über eine Leitung fahren zeigt Spannung, Betreiber und Schutzstreifen-Richtwert. Ein Klick auf die Karte (ab Zoom 9) springt direkt in die vollständige Flurstück-Abfrage mit Abständen, Bodenrichtwert und allen Risiko-Ebenen. Jede Kartenposition lässt sich über die Adresszeile teilen.
Die Flurstück-Abfrage misst die Abstände zu Leitung, Bahn & Pipeline – plus Bodenrichtwert, Lärm, Hochwasser u. v. m.
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Was zeigt diese Themenkarte?
Die Karte bündelt die wichtigsten Ebenen der kritischen Infrastruktur, soweit sie öffentlich dokumentiert ist – gestaffelt nach Zoomstufe, damit der Überblick lesbar bleibt:
- Deutschland-Überblick: das 380-kV-Höchstspannungsnetz – die überregionalen „Stromautobahnen" der Übertragungsnetzbetreiber (50Hertz, Amprion, TenneT, TransnetBW), generalisiert dargestellt.
- Regional: ab Zoom 8,5 zusätzlich 220-kV-Trassen (zusammen das komplette Übertragungsnetz), ab Zoom 9 Windkraft- und große Solaranlagen (Marktstammdatenregister, ab 100 kW) sowie die Gas- und Öl-Fernleitungen, ab Zoom 10 die Bahn-Hauptstrecken und ab Zoom 11 Anlagen wie Umspannwerke und Funkmasten.
- Detail (ab Zoom 12): 110-kV-Hochspannung, Mittelspannung und Erdkabel, alle Gleise samt Bahnhöfen und Bahnübergängen sowie weitere Anlagen (Wasser- und Klärwerke, Tankstellen).
Spannungsebenen verstehen: 380 kV, 220 kV, 110 kV
Das deutsche Stromnetz ist in Ebenen organisiert. 380 und 220 kV (Höchstspannung) bilden das Übertragungsnetz für den Ferntransport – daran hängen die markanten großen Gittermasten mit den breitesten Schutzstreifen (bei 380 kV als Richtwert etwa ±30–40 m beidseits der Trassenachse). 110 kV (Hochspannung) verteilt den Strom regional, Mittel- und Niederspannung bringen ihn bis zum Hausanschluss – innerorts meist unsichtbar als Erdkabel. Für ein Grundstück heißt das: Je höher die Spannungsebene in der Nähe, desto relevanter sind Schutzstreifen, Baubeschränkungen und Sichtwirkung.
Abstand zur Hochspannungsleitung: was gilt?
Einen festen Mindestabstand zwischen Wohnhaus und Bestandsleitung gibt es nicht. Maßgeblich sind der Schutzstreifen der Leitung – im Grundbuch als Dienstbarkeit gesichert – und die Grenzwerte für elektrische und magnetische Felder der 26. BImSchV. Als Richtwert für den Schutzstreifen je Seite ab Leitungsachse nennt der Steckbrief 380 kV: 40 m · 220 kV: 30 m · 110 kV: 20 m · Mittelspannung: 6 m; verbindlich ist allein die eingetragene Dienstbarkeit. Neue Höchstspannungsleitungen ab 220 kV dürfen in neuer Trasse keine Wohngebäude überspannen, und in der Planung neuer Trassen werden oft deutlich größere Abstände zu Wohngebieten angesetzt – das betrifft künftige Leitungen, nicht bestehende. Ein Klick auf die Karte zeigt für jede Stelle den Abstand zur nächsten Leitung, zum Umspannwerk, zur Bahn und zum nächsten Funkmast.
Funkloch-Karte: Mobilfunk-Netzabdeckung 2G, 4G und 5G
Die Ebene Mobilfunk-Netzabdeckung zeigt die Daten des Mobilfunk-Monitorings der Bundesnetzagentur: farbig ist, wo mindestens ein Netzbetreiber im Freien versorgt – Lücken sind Funklöcher. 2G, 4G und 5G lassen sich einzeln einblenden, der Steckbrief nennt für jeden Punkt, welche Netze verfügbar sind. Die Karte ist anbieterneutral und sagt nichts über Empfang im Gebäude oder Datenrate; wer es genau wissen will, misst vor Ort, etwa mit der Funkloch-Messung der App „Breitbandmessung" der Bundesnetzagentur. Mehr zu Festnetz und Glasfaser im Ratgeber Breitband prüfen.
Warum Infrastruktur beim Grundstückskauf zählt
- Schutzstreifen & Baurecht: Entlang von Freileitungen und Fernleitungen sichern Dienstbarkeiten im Grundbuch Schutzstreifen, in denen nicht oder nur eingeschränkt gebaut und bepflanzt werden darf.
- Wertfaktor Lage: Sichtbare Höchstspannungsmasten, Bahnlärm oder ein Umspannwerk nebenan sind anerkannte Lagefaktoren, die den Verkehrswert mindern können – umgekehrt kann gute Anbindung (Bahnhof, Glasfaser) den Wert stützen.
- Elektromagnetische Felder: Für Freileitungen gelten die Grenzwerte der 26. BImSchV. Wer es genau wissen will, prüft den Abstand – die Flurstück-Abfrage misst ihn metergenau.
- Planung im Blick: Netzausbau-Vorhaben (z. B. SuedLink, SuedOstLink) können künftige Trassen bringen – ein Blick in den Netzentwicklungsplan lohnt bei Grundstücken nahe bestehender Korridore.
Datenquelle & Grenzen
Die Infrastruktur-Ebenen stammen aus OpenStreetMap (Lizenz ODbL) – der mit Abstand umfangreichsten frei verfügbaren Quelle für Strom-, Bahn- und Leitungsnetze in Deutschland. OSM ist keine amtliche Quelle: Verläufe können genähert sein, und bei rund einem Drittel der Leitungen fehlt die Spannungsangabe (diese erscheinen grau). Die Karte dient der Orientierung; rechtsverbindlich sind allein die Auskünfte der Netzbetreiber und das Grundbuch. Aus Rücksicht auf den Schutz kritischer Infrastruktur zeigt die bundesweite Übersicht nur das öffentlich ohnehin dokumentierte Übertragungsnetz in generalisierter Form – Detailebenen gibt es ausschnittsweise beim Hineinzoomen.
Häufige Fragen
- Wo verlaufen Stromtrassen in Deutschland?
- Die Themenkarte zeigt das Stromnetz auf Basis von OpenStreetMap: bundesweit das 380-kV-Höchstspannungsnetz, beim Hineinzoomen 220-kV-Trassen, 110-kV-Leitungen und im Detailzoom auch Mittelspannung, Erdkabel, Bahnstrecken, Pipelines und Anlagen.
- Wie nah darf ein Haus an einer Hochspannungsleitung stehen?
- Einen bundesweiten Mindestabstand gibt es nicht. Maßgeblich sind die Schutzstreifen der Trasse (bei 380 kV typischerweise rund 30–40 m beidseits der Achse) und die EMF-Grenzwerte der 26. BImSchV. Verbindliche Auskunft geben Netzbetreiber und Grundbuch.
- Mindert eine Stromtrasse den Wert eines Grundstücks?
- Sie kann: Schutzstreifen-Baubeschränkungen, Sichtwirkung und Vermarktungsnachteile sind anerkannte wertmindernde Lagefaktoren. Entscheidend sind Abstand und Sichtbeziehung – beides lässt sich auf flurcheck.de grundstücksgenau prüfen.
- Woher stammen die Daten?
- Aus OpenStreetMap (ODbL). OSM ist keine amtliche Quelle: Verläufe können genähert sein, bei rund einem Drittel der Leitungen fehlt die Spannungsangabe. Für rechtsverbindliche Auskünfte ist der Netzbetreiber zuständig.
- Warum sehe ich Bahnstrecken und Pipelines erst beim Hineinzoomen?
- Aus zwei Gründen: Lesbarkeit (bundesweit wären es hunderttausende Linien) und Rücksicht auf den Schutz kritischer Infrastruktur – Detailebenen werden nur ausschnittsweise geladen, ein Gesamtexport ist bewusst nicht möglich.
Infrastruktur-Ebenen: © OpenStreetMap-Mitwirkende, Lizenz ODbL · Wind- & Solaranlagen: Marktstammdatenregister (BNetzA, dl-de/by-2.0, ab 100 kW, Status „In Betrieb") · Basiskarte: OpenStreetMap-Daten, selbst gehostet · Luftbild: © Esri · Hintergrund Netzausbau: Netzentwicklungsplan (ÜNB) · EMF-Grenzwerte: 26. BImSchV · Stand: Oktober 2026