Gesetzliche Grundlage: GNotKG
Notar- und Grundbuchkosten richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Der Notar kann keine frei vereinbarten Preise nehmen – die Gebühren sind gesetzlich festgelegt und hängen vom Geschäftswert (in der Regel dem Kaufpreis) ab. Das macht sie bundesweit vergleichbar.
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Typische Kostenpositionen
- Beurkundung des Kaufvertrags: Kerngebühr des Notars (2,0-fache Gebühr nach GNotKG).
- Auflassungsvormerkung: Eintragung und Gebühr (0,5-fach).
- Auflassung & Eigentumsumschreibung: Grundbuchgebühr (1,0-fach).
- Grundschuldbestellung (bei Finanzierung): weitere Notar- und Grundbuchgebühr auf den Grundschuldbetrag.
- Auslagen: Schreibgebühren, Beglaubigungen, Porto – oft pauschal.
Was kostet der Notar konkret? Alle Positionen einzeln
Jede Gebühr ist ein Vielfaches der sogenannten 1,0-Gebühr, die sich aus dem Geschäftswert nach der GNotKG-Tabelle B ergibt. Damit lässt sich jede Position exakt ausrechnen – hier aufgeschlüsselt statt über den Daumen gepeilt:
Beispiel für einen Kaufpreis von 300.000 € mit einem Darlehen von 240.000 €. Die 1,0-Gebühr beträgt hier 635 € (aus dem Kaufpreis) bzw. 535 € (aus der Darlehenssumme):
| Position | Gebührensatz | Betrag |
|---|---|---|
| Beurkundung Kaufvertrag (Notar) | 2,0 × 635 € | 1.270,00 € |
| Vollzug (Notar) | 0,5 × 635 € | 317,50 € |
| Betreuungstätigkeit (Notar) | 0,5 × 635 € | 317,50 € |
| Grundschuldbestellung (Notar) | 1,0 × 535 € | 535,00 € |
| Auslagenpauschale | pauschal | 30,00 € |
| Notar netto | 2.470,00 € | |
| zzgl. 19 % Umsatzsteuer | 469,30 € | |
| Notar brutto | 2.939,30 € | |
| Auflassungsvormerkung (Grundbuch) | 0,5 × 635 € | 317,50 € |
| Eigentumsumschreibung (Grundbuch) | 1,0 × 635 € | 635,00 € |
| Grundschuldeintragung (Grundbuch) | 1,0 × 535 € | 535,00 € |
| Grundbuch gesamt (ohne USt.) | 1.487,50 € | |
| Summe Notar + Grundbuch | 4.426,80 € |
Alle Beträge stammen aus derselben Berechnung wie der Kaufnebenkosten-Rechner. Umsatzsteuer fällt nur auf die Notargebühren an, Grundbuchgebühren sind Gerichtskosten und umsatzsteuerfrei.
Die verbindliche Kostenberechnung stellt der Notar vor dem Termin bereit; je nach Vertragsgestaltung können einzelne Positionen hinzukommen. Mehr zum Ablauf auf Grundstückskauf Ablauf.
Wer zahlt?
Im Kaufvertrag wird die Kostentragung vereinbart – üblich ist, dass der Käufer Notar- und Grundbuchkosten trägt. Der Verkäufer zahlt ggf. Kosten für die Löschung alter Belastungen.
Kostenüberblick nach Kaufpreis
Notar- und Grundbuchkosten zusammen, je Kaufpreis – einmal beim reinen Kauf, einmal mit zusätzlicher Grundschuldbestellung über 80 % des Kaufpreises. Alle Werte nach GNotKG berechnet, Notargebühren inklusive Umsatzsteuer:
| Kaufpreis | ohne Finanzierung | Anteil | mit Grundschuld (80 %) | Anteil |
|---|---|---|---|---|
| 100.000 € | 1.420 € | 1,42 % | 1.899 € | 1,90 % |
| 150.000 € | 1.830 € | 1,22 % | 2.487 € | 1,66 % |
| 200.000 € | 2.241 € | 1,12 % | 3.076 € | 1,54 % |
| 250.000 € | 2.748 € | 1,10 % | 3.701 € | 1,48 % |
| 300.000 € | 3.255 € | 1,09 % | 4.427 € | 1,48 % |
| 400.000 € | 4.016 € | 1,00 % | 5.406 € | 1,35 % |
| 500.000 € | 4.776 € | 0,96 % | 6.495 € | 1,30 % |
| 600.000 € | 5.587 € | 0,93 % | 7.635 € | 1,27 % |
| 750.000 € | 6.804 € | 0,91 % | 9.202 € | 1,23 % |
| 1.000.000 € | 8.832 € | 0,88 % | 11.931 € | 1,19 % |
Die Gebührentabelle ist degressiv: Der prozentuale Anteil sinkt mit steigendem Kaufpreis spürbar. Die verbreitete Faustregel „1,5 % des Kaufpreises“ trifft nur im mittleren Bereich zu – bei hohen Kaufpreisen liegt sie deutlich zu hoch.
Grundschuldbestellung: was die Finanzierung extra kostet
Wer den Kauf finanziert, bestellt für die Bank eine Grundschuld. Das kostet zweimal: der Notar beurkundet die Bestellung, das Grundbuchamt trägt sie ein. Maßgeblich ist dabei nicht der Kaufpreis, sondern die Höhe der Grundschuld:
| Grundschuld | 1,0-Gebühr | Notar (1,0, inkl. USt.) | Grundbuch (1,0) | zusammen |
|---|---|---|---|---|
| 50.000 € | 165 € | 196,35 € | 165,00 € | 361,35 € |
| 100.000 € | 273 € | 324,87 € | 273,00 € | 597,87 € |
| 150.000 € | 354 € | 421,26 € | 354,00 € | 775,26 € |
| 200.000 € | 435 € | 517,65 € | 435,00 € | 952,65 € |
| 250.000 € | 535 € | 636,65 € | 535,00 € | 1.171,65 € |
| 300.000 € | 635 € | 755,65 € | 635,00 € | 1.390,65 € |
| 400.000 € | 785 € | 934,15 € | 785,00 € | 1.719,15 € |
| 500.000 € | 935 € | 1.112,65 € | 935,00 € | 2.047,65 € |
Deshalb lohnt es sich, die Grundschuld nicht höher anzusetzen als nötig – und zu prüfen, ob eine bestehende Grundschuld übernommen werden kann. Das spart beide Posten.
GNotKG-Tabelle B: die 1,0-Gebühr nach Geschäftswert
Alle Gebühren oben leiten sich aus dieser Tabelle ab. Sie steht in Anlage 2 zu § 34 Abs. 3 GNotKG und gilt bundesweit einheitlich:
| Geschäftswert bis | 1,0-Gebühr |
|---|---|
| 10.000 € | 75,00 € |
| 25.000 € | 115,00 € |
| 50.000 € | 165,00 € |
| 100.000 € | 273,00 € |
| 150.000 € | 354,00 € |
| 200.000 € | 435,00 € |
| 250.000 € | 535,00 € |
| 300.000 € | 635,00 € |
| 350.000 € | 685,00 € |
| 400.000 € | 785,00 € |
| 450.000 € | 885,00 € |
| 500.000 € | 935,00 € |
| 600.000 € | 1.095,00 € |
| 700.000 € | 1.255,00 € |
| 800.000 € | 1.415,00 € |
| 900.000 € | 1.575,00 € |
| 1.000.000 € | 1.735,00 € |
Stufenfunktion: Für einen Geschäftswert W gilt die Gebühr der kleinsten Stufe ≥ W. Oberhalb von 1.000.000 € steigt die Gebühr je angefangene 50.000 € um 80 €. Quelle: Anlage 2 zu § 34 Abs. 3 GNotKG. Achtung: Im Netz kursieren falsche Werte – bei 500.000 € Geschäftswert beträgt die 1,0-Gebühr 935 €, nicht 1.425 €.
Wann welche Kosten fällig werden
Vor dem Notartermin musst du nichts bezahlen – auch der Vertragsentwurf wird nicht separat vorab abgerechnet, solange es zur Beurkundung kommt. Nach der Beurkundung läuft es so ab:
- Notarrechnung: kommt wenige Tage bis Wochen nach dem Termin und ist sofort fällig – unabhängig davon, ob der Kaufpreis schon geflossen ist.
- Grundbuchkosten: stellt das Amtsgericht mit separater Kostenrechnung in Rechnung, meist einige Wochen später je Eintragung (Vormerkung, Grundschuld, Eigentumsumschreibung).
- Grunderwerbsteuer: kommt vom Finanzamt und muss bezahlt sein, bevor du als Eigentümer eingetragen wirst – mehr dazu auf der Seite Grunderwerbsteuer.
So kannst du Notarkosten senken
Die Gebührensätze selbst sind nicht verhandelbar – aber der Geschäftswert und der Umfang der Beurkundung lassen sich beeinflussen:
- Bewegliches Inventar separat ausweisen: Küche, Möbel oder Gartengeräte, die mitverkauft werden, gehören mit realistischem Wert in den Vertrag. Das senkt den Geschäftswert für Notar- und Grundbuchgebühren – und zusätzlich die Grunderwerbsteuer.
- Grundschuld im selben Termin beurkunden: Das spart einen zweiten Termin samt zusätzlicher Auslagen und beschleunigt die Kaufpreisfälligkeit.
- Bestehende Grundschuld übernehmen: Statt Löschung und Neubestellung kann die Grundschuld des Verkäufers per Abtretung an deine Bank übergehen – das spart beide Gebührenposten. Details auf Grundschuld & Hypothek.
- Unnötige Zusatzleistungen vermeiden: Vollmachten, Verwahrung über Notaranderkonto (bei normalen Käufen meist unnötig) oder doppelte Beglaubigungen kosten jeweils extra.
Notarkosten bei Schenkung und Erbschaft
Auch die Schenkung eines Grundstücks muss notariell beurkundet werden – die Gebühren richten sich dann nach dem Verkehrswert der Immobilie. Bei einer Erbschaft gibt es dagegen eine wichtige Ausnahme: Die Grundbuchberichtigung (Umschreibung auf die Erben) ist gebührenfrei, wenn sie innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall beantragt wird. Wer diese Frist verpasst, zahlt die reguläre Grundbuchgebühr auf den Immobilienwert – es lohnt sich also, die Umschreibung nicht aufzuschieben.
Orientierungswerte, keine verbindliche Gebührenauskunft. Genaue Kosten erteilt der Notar im Voraus nach GNotKG.