Ratgeber

Grundstückskauf – Ablauf Schritt für Schritt

Ein Grundstückskauf ist eine der größten Investitionen im Leben – und folgt einem klaren, rechtlich geregelten Ablauf. Diese Seite führt dich von der ersten Prüfung des Grundstücks über den Notartermin bis zur Eintragung ins Grundbuch.

Prüfen

Flurstück zu deiner Adresse

Adresse eingeben → Gemarkung, Flur, Flurstücksnummer und Fläche

Hier erscheint dein Flurstück.

Orientierung, keine amtliche Auskunft.

Inhalt

Überblick: Die wichtigsten Schritte

  1. 1
    Grundstück finden & prüfen
  2. 2
    Reservierung (optional)
  3. 3
    Notartermin & Kaufvertrag
  4. 4
    Auflassungsvormerkung
  5. 5
    Grunderwerbsteuer zahlen
  6. 6
    Kaufpreis zahlen
  7. 7
    Eintragung ins Grundbuch

Anzeige

Schritt 1: Grundstück prüfen – bevor du kaufst

Vor der Entscheidung solltest du prüfen:

Schritt 2–3: Reservierung und Notartermin

Eine Reservierungsvereinbarung ist formlos möglich, rechtlich aber nicht verbindlich – erst der notarielle Kaufvertrag ist bindend. Der Notar entwirft den Vertrag, beide Parteien erhalten ihn rechtzeitig vorab. Beim Termin liest der Notar den Vertrag vor; erst dann wird unterschrieben.

Schritt 4: Auflassungsvormerkung

Unmittelbar nach dem Kaufvertrag trägt der Notar eine Auflassungsvormerkung ins Grundbuch ein. Sie sichert den Anspruch des Käufers und verhindert, dass das Grundstück in der Zwischenzeit anderweitig belastet oder verkauft wird.

Schritte 5–7: Steuer, Kaufpreis, Grundbuch

Nach Eingang des Steuerbescheids zahlt der Käufer die Grunderwerbsteuer. Das Finanzamt stellt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. Sobald der Verkäufer die Kaufpreiszahlung bestätigt und alle Genehmigungen vorliegen, veranlasst der Notar die Eintragung ins Grundbuch. Erst jetzt ist der Käufer rechtlich Eigentümer.

Typischer Zeitplan

  • Notartermin bis Grundbucheintragung: oft 6–12 Wochen.
  • Kaufnebenkosten: Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %), Notar- und Grundbuchkosten (ca. 1–1,5 %) – ohne Makler zusammen je nach Land rund 5–8 % des Kaufpreises.

Zeitplan: Wie lange dauert welcher Schritt?

Schritt typische Dauer
Prüfung (Grundbuch, Baulasten, Baurecht) + Finanzierungszusage2 – 6 Wochen
Notar-Vertragsentwurf (bei Verbraucherverträgen mit Unternehmern gilt eine 14-Tage-Frist vor Beurkundung)1 – 3 Wochen
Beurkundung1 Termin (ca. 1 Stunde)
Auflassungsvormerkung im Grundbuch1 – 3 Wochen
Grunderwerbsteuer-Bescheid + Zahlung, Negativzeugnis, Lastenfreistellung4 – 8 Wochen
Fälligkeitsmitteilung → Kaufpreiszahlunggesamt oft 4 – 8 Wochen nach Beurkundung
Eigentumsumschreibung im Grundbuch2 – 6 Monate (rein formal)

Gesamtdauer realistisch: 3 bis 6 Monate vom Angebot bis zur Umschreibung – wirtschaftlich „gehört" dir das Grundstück aber ab Kaufpreiszahlung samt Besitzübergang.

Kaufnebenkosten direkt berechnenGrunderwerbsteuer, Notar- & Grundbuchkosten und Maklerprovision – für dein Bundesland
Zum Rechner

Kostenüberblick beim Grundstückskauf

Position Größenordnung Details
Grunderwerbsteuer3,5 – 6,5 %je nach Bundesland
Notar & Grundbuch1,5 – 2 %GNotKG, mit/ohne Grundschuld
Makler (Käuferanteil)0 – 3,57 %regional unterschiedlich, verhandelbar
Gutachten (optional)500 – 3.000 €Baugrund/Altlasten, Bewertung
ggf. Erschließung15.000 – 40.000 €bei unerschlossenen Grundstücken

Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest

  • Zahlung vor der Fälligkeitsmitteilung: Niemals direkt nach der Beurkundung überweisen – erst wenn der Notar bestätigt, dass Vormerkung, Lastenfreistellung und Vorkaufsverzicht vorliegen, ist dein Geld sicher.
  • Keine Bauvoranfrage bei unklarem Baurecht: Ohne Bebauungsplan sichert nur ein Vorbescheid die Bebaubarkeit – siehe § 34 BauGB.
  • Beurkundung ohne Finanzierungszusage: Platzt danach die Finanzierung, bleiben Notarkosten und ggf. Schadensersatzpflichten an dir hängen.
  • Inventar nicht ausgewiesen: verschenkt bares Geld bei der Grunderwerbsteuer.
  • Abteilung II ungelesen: Wegerechte, Leitungsrechte oder Vorkaufsrechte im Grundbuch entdecken viele Käufer erst nach dem Kauf.
  • Erschließungskosten ungeklärt: Die Formulierung „erschließungsbeitragspflichtig" im Vertrag kann fünfstellige Nachzahlungen bedeuten.

Reservierungsvereinbarung: bindend oder nicht?

Eine formlose „Reservierung" beim Verkäufer oder Makler bindet niemanden – verkauft werden kann trotzdem an jeden. Rechtlich verbindlich wäre nur eine notariell beurkundete Vereinbarung (z. B. ein Vorvertrag oder eine Kaufoption). Für Makler-Reservierungsgebühren hat der BGH 2023 zudem entschieden, dass entsprechende Klauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen Kunden unangemessen benachteiligen und unwirksam sind – gezahlte Gebühren sind dann zurückzufordern. Verlass dich also nicht auf Reservierungen: Wer zuerst beurkundet, bekommt das Grundstück.

Allgemeine Informationen, keine Rechts- oder Steuerberatung. Verbindlich sind Kaufvertrag, Notarberatung und Auskunft der Behörden.

Anzeige

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Grundstückskauf?
Von der Unterzeichnung des Kaufvertrags bis zur Eintragung ins Grundbuch vergehen typischerweise 6 bis 12 Wochen, da zwischendurch Grunderwerbsteuer gezahlt und die Unbedenklichkeitsbescheinigung eingeholt werden muss.
Wann bin ich rechtlich Eigentümer des Grundstücks?
Erst mit der Eintragung ins Grundbuch. Wirtschaftlich geht das Eigentum häufig schon mit der Kaufpreiszahlung über, rechtlich eigentümer ist man aber erst nach der Grundbucheintragung.
Was ist eine Auflassungsvormerkung?
Eine sofort nach dem Kaufvertrag ins Grundbuch eingetragene Vormerkung, die den Anspruch des Käufers sichert. Sie verhindert, dass das Grundstück in der Zwischenzeit noch einmal verkauft oder belastet wird.
Welche Nebenkosten fallen beim Grundstückskauf an?
Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 % je Bundesland), Notar- und Grundbuchkosten (ca. 1–1,5 % des Kaufpreises) und ggf. Maklerprovision. Zusammen kommen so je nach Land und Makler rund 5–12 % obendrauf.
Kann ich nach der Beurkundung noch vom Kauf zurücktreten?
Grundsätzlich nein – der beurkundete Vertrag bindet beide Seiten. Ein Rücktritt ist nur möglich, wenn er vertraglich vereinbart wurde (z. B. Finanzierungsvorbehalt, selten) oder bei gravierenden Leistungsstörungen wie arglistiger Täuschung. Ein „Umfallen" ohne Grund führt zu Schadensersatzansprüchen.
Wann genau muss ich den Kaufpreis zahlen?
Erst nach der Fälligkeitsmitteilung des Notars. Sie bestätigt, dass die Auflassungsvormerkung eingetragen ist, die Lastenfreistellung gesichert ist und Vorkaufsrechte nicht ausgeübt wurden. Ab dann läuft die im Vertrag vereinbarte Zahlungsfrist, üblich sind 10 bis 14 Tage.
Wer informiert das Finanzamt über den Kauf?
Der Notar. Er übermittelt die Veräußerungsanzeige automatisch an das Finanzamt, das daraufhin den Grunderwerbsteuerbescheid erlässt. Du musst selbst nichts melden – nur fristgerecht zahlen, damit die Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt wird.

Grundstück vorab kostenlos prüfenAdresse eingeben – das Ergebnis erscheint direkt hier auf der Seite.

Flurstück prüfenJetzt prüfen