Was ist eine Teilungserklärung?
Mit der Teilungserklärung (§ 8 WEG) erklärt der Eigentümer eines Grundstücks gegenüber dem Grundbuchamt, dass das Eigentum in Miteigentumsanteile aufgeteilt wird, die jeweils mit dem Sondereigentum an einer Wohnung oder Teileigentumseinheit verbunden sind. Sie ist notariell beurkundet und wird ins Grundbuch eingetragen.
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Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum
- Sondereigentum: die Wohnung selbst (Räume, Innenwände, Böden, Fenster von innen) – allein dem Eigentümer gehörig.
- Gemeinschaftseigentum: Grundstück, Außenwände, Dach, Treppenhaus, Aufzug, tragende Wände, Heizungsanlage – gehört allen Eigentümern gemeinschaftlich.
- Sondernutzungsrecht: Nutzungsrecht eines einzelnen Eigentümers an einer Gemeinschaftsfläche (z. B. Stellplatz, Gartenfläche), ohne dass diese zum Sondereigentum wird. In Teilungserklärung oder Gemeinschaftsordnung geregelt.
Gemeinschaftsordnung
Die Teilungserklärung enthält oft eine Gemeinschaftsordnung, die die Nutzung, Kostentragung und Verwaltung regelt – also wie Hausgelder aufgeteilt werden, ob Tierhaltung erlaubt ist usw. Sie geht als Teil des Grundbuchs auf jeden neuen Eigentümer über.
Was beim Wohnungskauf zu prüfen ist
- Teilungserklärung & Gemeinschaftsordnung vollständig lesen.
- Größe des Miteigentumsanteils (beeinflusst Hausgeld und Stimmrecht).
- Sondernutzungsrechte (Stellplatz, Keller, Garten) klar in der Erklärung verankert?
- Beschlusssammlung der WEG einsehen – welche Beschlüsse gibt es, welche Sanierungen stehen an?
- Lage und Wert des Gesamtgrundstücks per Bodenrichtwert und Grundstücksbewertung einschätzen.
Aufteilungsplan und Abgeschlossenheitsbescheinigung
Zur Teilungserklärung gehören zwei Anlagen, ohne die das Grundbuchamt keine Wohnungsgrundbücher anlegt: Der Aufteilungsplan ist eine von der Baubehörde gesiegelte Bauzeichnung, in der jede Einheit mit einer Nummer versehen ist – dieselbe Nummer, die später im Wohnungsgrundbuch steht. Die Abgeschlossenheitsbescheinigung bestätigt, dass jede Wohnung baulich abgeschlossen ist (eigener Zugang, abschließbar). Beim Kauf lohnt der Abgleich: Stimmen tatsächlicher Zustand (z. B. ausgebauter Spitzboden, angebauter Wintergarten) und Aufteilungsplan nicht überein, kann das die Finanzierung und den Wiederverkauf erschweren.
Teilungserklärung ändern: hohe Hürden
Die Teilungserklärung lässt sich nachträglich nur schwer ändern. Betrifft die Änderung das Sondereigentum oder die Miteigentumsanteile (etwa die Umwandlung eines Speichers in Wohnraum), müssen alle Eigentümer notariell zustimmen – auch die Banken, deren Grundschulden auf den Einheiten lasten. Regelungen der Gemeinschaftsordnung können dagegen geändert werden, wenn die Teilungserklärung eine Öffnungsklausel mit Mehrheitsquorum vorsieht. Seit der WEG-Reform 2020 kann die Gemeinschaft über bauliche Veränderungen leichter per Beschluss entscheiden – an der sachenrechtlichen Zuordnung (was wem gehört) ändert das aber nichts.
Typische Streitpunkte in der Praxis
- Stellplätze und Gartenflächen: Sind sie Sondereigentum, Sondernutzungsrecht oder nur „gelebte Übung"? Nur was in der Teilungserklärung steht, zählt.
- Fenster, Balkone, Wohnungstüren: konstruktive Teile sind zwingend Gemeinschaftseigentum – die Kostenverteilung bei Sanierung regelt die Gemeinschaftsordnung.
- Zweckbestimmung: Steht „Laden" in der Teilungserklärung, darf dort nicht ohne Weiteres eine Gaststätte betrieben werden – und umgekehrt.
- Kostenverteilungsschlüssel: Abweichungen vom gesetzlichen Maßstab (Miteigentumsanteile) sind zulässig und beim Kauf oft übersehen.
Was kostet die Teilungserklärung?
Bei der erstmaligen Aufteilung eines Hauses fallen an: Notarkosten für die Beurkundung bzw. Beglaubigung (nach Geschäftswert), die Gebühr der Baubehörde für die Abgeschlossenheitsbescheinigung (je nach Kommune und Zahl der Einheiten meist im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich) sowie Kosten für den Architekten, der die Aufteilungspläne erstellt. Grundbuchgebühren kommen für das Anlegen der Wohnungsgrundbücher hinzu. Eine spätere Änderung ist wegen der notwendigen Zustimmungen regelmäßig deutlich teurer als die Erstaufteilung.
Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Vor dem Kauf Teilungserklärung und Beschlusssammlung mit Notar oder Anwalt prüfen.