Tipp: Oben in der Seitenleiste wählst du die Kartenebene – Bodengüte, Moor, Flurbereinigung oder Agrar-Bodenrichtwert. Fahr mit der Maus über eine Fläche, um Moortyp oder Verfahren zu sehen. Ein Klick auf einen Schlag erstellt den Agrar-Steckbrief: Ackerzahl und Bodenrichtwert der Zone, Zuschnitt und Maße, Moorboden, Flurbereinigung, Schutzgebiete, Gewässerabstand, Bodentyp, Hangneigung, Hochwasser und PV-Ertrag.
Die Flurstück-Abfrage verbindet Bodenrichtwert mit Zeitreihe, Maße, Leitungen, Hochwasser und Schutzgebiete – als Flurkarte oder Bericht speicherbar.
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Bodenpunkte und Bodengüte: Ackerzahl, Grünlandzahl, Ertragspotenzial
Die Ackerzahl (für Grünland die Grünlandzahl) ist das Ergebnis der amtlichen Bodenschätzung: eine Skala bis 100, die Bodenart, Entstehung, Zustandsstufe, Klima und Wasserverhältnisse zusammenfasst – je höher, desto ertragreicher. In der Landwirtschaft ist sie die Verhandlungsgröße: Pacht wird vielerorts je Bodenpunkt gerechnet, und die Grundsteuer A beruht auf der Ertragsmesszahl, also Fläche mal Ackerzahl.
flurcheck zeigt die Ackerzahl der Bodenrichtwertzone, wie sie die Gutachterausschüsse mit dem Bodenrichtwert veröffentlichen – derzeit in Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Das ist ein Zonenwert: Innerhalb einer Zone kann die Bodenschätzung um mehrere Punkte abweichen, manche Länder nennen deshalb gleich eine Spanne. Flurstücksgenau steht sie im Liegenschaftskataster (Katasteramt oder Finanzamt).
Die Kartenebene Bodengüte zeigt dagegen das ackerbauliche Ertragspotenzial der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Müncheberger Soil Quality Rating, Maßstab 1:1.000.000) – bundesweit, aber grob: Sie taugt für „welche Landschaft ist gut", nicht für „welcher Schlag".
Moorböden: was GLÖZ 2 bedeutet
Rund 1,9 Millionen Hektar in Deutschland sind organische Böden – Hoch- und Niedermoore, Moorfolgeböden, mineralisch überdeckte und tiefumgebrochene Moore. Die Kartenebene Moor zeigt die Kulisse des Thünen-Instituts (2023) für alle 16 Länder, kartiert im Maßstab der jeweiligen Landesquelle zwischen 1:1.000 und 1:50.000. Der Steckbrief nennt den Maßstab zu jeder Fläche.
Für die Bewirtschaftung zählt aber nicht die Moorkarte, sondern die amtliche Kulisse des Landes zum Mindestschutz von Feuchtgebieten und Mooren (GLÖZ 2, § 11 GAPKondV): Dort sind Umbruch, Tiefpflügen, Neuentwässerung und Bodenabtrag eingeschränkt. Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Brandenburg, das Saarland und Sachsen veröffentlichen ihre Kulisse offen – der Steckbrief zeigt beides getrennt. Wo das Land keine Kulisse veröffentlicht, sagt die Karte das, statt „nein" zu behaupten.
Flurbereinigung: wenn Grenzen in Bewegung sind
In einem Verfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz werden Grundstücke neu geordnet, Wege und Gewässer neu angelegt und Eigentum getauscht – vom Einleitungsbeschluss über die vorläufige Besitzeinweisung bis zur Ausführungsanordnung oft über zehn Jahre. Wer in dieser Zeit kauft oder pachtet, bekommt am Ende unter Umständen eine andere Fläche als die, die er sich angesehen hat. Die Kartenebene zeigt die laufenden Verfahrensgebiete aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Thüringen, Sachsen und dem Saarland; Hessen und Rheinland-Pfalz fragt der Klick live beim Landesdienst ab. Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt veröffentlichen die Gebiete nicht offen.
Agrar-Bodenrichtwert: Zonenwert, kein Kaufpreis
Der Bodenrichtwert landwirtschaftlicher Zonen ist der durchschnittliche Lagewert zum Stichtag, abgeleitet aus den Kauffällen der Vergangenheit. Der Steckbrief zeigt ihn mit Zeitreihe und rechnet ihn in Euro je Hektar um. Für Agrarflächen ist er grob: Eine Zone umfasst oft Acker- und Grünland verschiedener Güte, und wo wenig verkauft wird, hinkt er dem Markt hinterher. Verfügbar in zwölf Ländern – Bayern, Baden-Württemberg, das Saarland und Sachsen stellen die Werte nicht offen bereit.
Datenquellen & Abdeckung
| Ebene / Angabe | Quelle | Abdeckung |
|---|---|---|
| Bodengüte (Ertragspotenzial) | BGR, SQR1000 V1.0 (2013), GeoNutzV | bundesweit, 1:1 Mio |
| Ackerzahl / Grünlandzahl | Gutachterausschüsse über BORIS-D und Landesdienste | NI, HE, NW, BB, ST, MV, TH |
| Moorboden | Thünen-Institut, Kulisse organischer Böden 2023 (CC BY 4.0) | alle 16 Länder |
| Moorkulisse des Landes (GLÖZ 2) | LBEG, GD NRW, LfU SH, LBGR/LfU BB, LVGL SL, LfULG SN | NI, NW, SH, BB, SL, SN |
| Flurbereinigung | SLA NI, Bezirksregierungen NW, LGB BB, TLBG TH, LfULG SN, LVGL SL; HLBG HE und DLR RP per Kartendienst | 8 Länder |
| Agrar-Bodenrichtwert | BORIS / Gutachterausschüsse | 12 Länder |
| Flurstück, Maße, Nutzung | ALKIS der Landesvermessungen | 15 Länder (Bayern: nur Nutzungsart) |
| Bodentyp, Hang, Hochwasser, Schutzgebiete, PV-Ertrag | BGR BÜK200, Copernicus DEM, JRC EFAS, BfN/Länder/EEA, DWD | bundesweit |
Alle Karten sind Hinweiskarten – verbindlich sind Liegenschaftskataster, Bodenschätzung, die Bescheide der Landwirtschaftsverwaltung und die Auskünfte der Flurbereinigungsbehörden.
Häufige Fragen
- Was ist die Ackerzahl und woher kommt sie auf dieser Karte?
- Das Ergebnis der amtlichen Bodenschätzung auf einer Skala bis 100 – je höher, desto ertragreicher. flurcheck zeigt die Ackerzahl bzw. Grünlandzahl der Bodenrichtwertzone aus BORIS-D und den Landesdiensten (NI, HE, NW, BB, ST, MV, TH). Sie gilt für die Zone, nicht für das Flurstück; flurstücksgenau steht sie im Liegenschaftskataster.
- Was bedeutet Moorboden für die Bewirtschaftung?
- Auf kohlenstoffreichen Böden gilt der Mindestschutz von Feuchtgebieten und Mooren (GLÖZ 2): Umbruch, Tiefpflügen, Neuentwässerung und Bodenabtrag sind eingeschränkt. Maßgeblich ist die amtliche Kulisse des Landes, nicht die wissenschaftliche Moorkarte – die Karte zeigt beides getrennt.
- Was heißt es, wenn ein Flurstück in einem Flurbereinigungsverfahren liegt?
- Grenzen, Zuschnitt, Erschließung und Eigentümer können sich bis zur Ausführungsanordnung ändern; Verfügungen sind teils genehmigungspflichtig. Vor Kauf oder Pacht beim Flurbereinigungsbearbeiter nach dem Verfahrensstand fragen.
- Warum weicht der Bodenrichtwert vom Kaufpreis für Ackerland ab?
- Er ist der durchschnittliche Zonenwert zum Stichtag aus vergangenen Kauffällen. Zonen mischen Böden verschiedener Güte, und in Regionen mit wenigen Verkäufen hinkt er nach. Kaufwerte je Kreis veröffentlicht das Statistische Bundesamt.
Bodengüte: Datenquelle SQR1000 V1.0, © BGR, Hannover, 2013 · Moorböden: Thünen-Institut, Kulisse organischer Böden 2023 (CC BY 4.0) · Moorkulissen und Flurbereinigung: Landesbehörden (dl-de/by-2.0, CC BY 4.0, dl-zero) · Bodenrichtwerte: Gutachterausschüsse / BORIS-D · Flurstücke: ALKIS © Landesvermessungen · Schutzgebiete: BfN / Länder, Natura 2000: EEA · Basiskarte: OpenStreetMap-Daten · Luftbild: © Esri · Stand: November 2026